Das Dilemma der Schwarzarbeit

Liebe Kundin, lieber Kunde,

Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung dominieren leider noch immer den Markt der haushaltsnahen Dienstleistungen in Deutschland. Bei einer Bevölkerungszahl von ca. 80 Mill. könnten ca. 2,4 Mill. legale Arbeitsplätze in privaten Haushalten entstehen. Experten schätzen, dass in Deutschland derzeit mindestens 300.000 bis 500.000 illegal beschäftigte Haushaltshilfen allein bei älteren Menschen arbeiten und leben. Vor allem aus EU-Beitrittsstaaten wie Polen und Slowakei, aber auch aus Drittstaaten wie Weißrussland und Ukraine versorgen diese Hilfebedürftigen.

Dadurch gehen dem Staat Steuereinnahmen verloren und die Sozialsysteme werden unnötig und ungerechtfertigt belastet, wenn Schwarzarbeiter beispielsweise nur beitragsfrei bei ihren Partnern mitversichert sind (Quelle: Beitrag von Dr. Christa Larsen und Stefan Evert in der Süddeutschen Zeitung vom 27.12.2010).

Bei näherem Hinsehen ist es auch aus Sicht der Kunden problematisch, da der finanzielle Nutzen durch evtl. Folgen der Schwarzarbeit stark eingeschränkt wird und im Konfliktfall keine Ansprüche gegenüber dem Leistungserbringer geltend gemacht werden können.

Als verantwortungsbewusste Seniorenagenturen sind wir ständig bemüht, die uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der legalen Beschäftigung trotz hoher Abgaben von 19 % Mehrwertsteuer und Sozialabgaben für unsere Mitarbeiter von ca. 25 bis über 30 %, je nach Beschäftigungsverhältnis, qualifiziert und preiswert fortzuführen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten einen guten Lohn für gute Arbeit und das soll auch so fortgesetzt werden. Sie als Kunden erhalten dafür die Sicherheit der regulären Beschäftigung und gleichzeitig eine qualifizierte Dienstleistung mit allen Rechten aus einer bestehenden Dienstleistungsvereinbarung (Vertrag). Gleichzeitig unterstützen Sie als Seniorinnen und Senioren Ihre Kinder und Enkelkinder, um deren soziale Sicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten.

Obwohl in Deutschland fast alle arbeitsmarkt-, finanz- und sozialpolitischen Instrumente vorhanden sind, haben es unsere Volksvertreter in Berlin und den Bundesländern bisher noch nicht geschafft gemeinsam einen Masterplan für haushaltsnahe Dienstleistungen auf den Weg zu bringen. Dadurch gehen dem Staat jährlich schätzungsweise 36 Mill. Euro an Steuern und sozialen Abgaben allein in unserer Dienstleistungsbranche verloren (300.000 Beschäftigte mit 400 Euro/Monat und ca. 30 % sozialen Abgaben und Lohnsteuern).

Deshalb bitten wir Sie, sind Sie innovativer als unsere Politiker, unterstützen Sie die qualifizierte Beschäftigung, indem Sie haushaltsnahe Dienstleistungen zu einem legalen und fairen Preis einkaufen und damit Ihren Beitrag leisten für ein gerechtes soziales System und zum Wohle derer die nach uns kommen. Die Herausforderung des demografischen Wandels wird unsere Gesellschaft jetzt und in Zukunft vor noch größere Probleme stellen. Leisten Sie bitte Ihren persönlichen Beitrag zur Bewältigung, indem Sie keine Schwarzarbeit zulassen. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Seniorenagenturen

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